Archive for Mai 20th, 2008
Legasthenieforschung: Wie alles Begann - Wenn man dies versteht, weis man auch warum man uns bis heute Ausgrenzt!
Die Forschung geht auf ca.1861 zurück. Der erste bekannter Forscher war ein Pariser Arzt Namens Broca. Dieser untersuchte den Verlust der Sprache bei erkrankten sowie bei Unfallopfern, und brachte so seine erste Studie heraus.
Der Neurologe Kussmaul, bezeichnete 1877 das Phänomen als erworbene Wortblindheit. Er legte damals erwachsenen Bildern vor, die diese auch genau unterscheiden konnte. Sie hatten jedoch größere Probleme beim buchstabieren sowie beim Lesen einfacher Wörter.1895 spricht Dr. Oswald Berkhan sogar von einer partiziele Idiotie (Vorstufe zur geistigen Behinderung!)
Genau diese Definition wurde auch vom Schularzt James Kerr und dem Augenarzt W.Pringle Morgan 1896 bestätigt, diese nannten es aber dann als eine “angeborene Wortblindheit”. Diese Bezeichnung stellte einen Defizit im Lesezentrum dar, dieser wurde damals auch als mangelnde Entwicklung des Lesezentrums bezeichnet, der im Gyrus angularis, in einer Großhirnregionen der linken Hirnhälfte zwischen Schläfen und Scheitellappen lokalisiert wurde. Nach dieser Erkenntnis sehr für die diese Schwierigkeit bei der Verarbeitung visueller Informationen. Daher prägte er auch “congential word-blindness” (angeborene Wortblindheit), um diese Problematik von der erworbenen Wortblindheit abzugrenzen. Genau diesen Begriff benutzt man noch heute in der Medizin, er ist auch teilweise in den einschlägigen Fachpublikationen zu finden. Morgan fand einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen einer Störung und einer pathologischen Veränderung eines eben exakt definierten Bereiches des menschlichen Hirns. Morgan führte die gleichen Symptome auf die gleichen Ursachen zurück: wenn Patienten im gleichen Bereich der Großhirnregion ” Gyrus angularis”, eine Verletzung haben die Fähigkeit des Lesens verloren, daher ging er von einer Hirnschädigung genau in diesem Bereich aus. Dies war damals ein verständliches Erklärungsmodelle, um dieses Phänomen als Krankheit zu bezeichnen. Durch seine Forschungen gab er aber einen weltweiten Anstoß auf die Erforschung diesem Phänomens.
Um 1900 definierte man dieses Phänomen als embryonalen Entwicklungsstörung des cerebralen Zentrums für das visuelle Gedächtnis, diese Problematik erschwerte das Lesen lernen. Damals war es für die Medizin ein Faktum, dass sowohl die erworbene als auch die angeborene Wortblindheit im Zusammenhang mit einer Schädigung beziehungsweise einer vielen Entwicklung in bestimmten Bereiches im Gehirn stand. 1904 arbeitete James Hinshelwood an einer wissenschaftlichen Fundierung dieses Syndroms und an einem Erklärungsmodelle, dass für die Mechanismen zu einer solchen Fehlentwicklungen führen können. Außerdem vertrat er auch die Hypothese, cerebrale Zentrum für das visuelle Gedächtnis, sowie das “Gyrus angularis” und damit das Lesezentrum Beigeordneter Teil, aufgrund einer embryonalen Entwicklungsstörung beider angeborene Wortblindheit, und dieses sei eine Fehlentwicklung beziehungsweise begründete dies über eine ungenügende Entwicklung (Reizstimulierung). Diese unterschiedlichen Erfassungsbilder wurden durch die Unterschiedlichkeit der Fehlentwicklung erklärt.
1903 forderte schon Wernicke, die Lehrer und Erzieher auf, dass er das Krankheitsbild der angeborene Wortblindheit kennen muss, um die betroffenen Kinder vor falscher ungerechter Behandlung geschützt. Schon dieser Zeit gab es ein Paradigmenwechsel. 1908 Rieger, bestärkte die Begrifflichkeit ” partielle Idiotie”, und hielt auch an ihr fest. Durch die verschiedenen erkannten auslösen Elemente und genannten Mechanismen, stellte man die Hypothese der Vererbung, also eine genetische Disposition, der angeborenen Wortblindheit 1907 Hishelwood und Stephenson Fischer (1905), erkannten Zusammenhänge der familiären Häufung der angeborene Wortblindheit. Von Fischer gab es genauerer Fallbeschreibungen, durch familiäre Untersuchung, und schienen so den Beleg dafür zu erbringen, das sich um erbliche Komponenten für frühkindliche Fehlentwicklung des Leserzentrums gegeben sei.
1916 Ranschburg der sich als betroffener Vater und das schon suchte Schulkinder mit Lese- und Rechtschreibschwächen. Er sprach damals im Zusammenhang mit einer Legasthenie von nachhaltigen geistigen Rückständen höheren Grades (partielle Idiotie). Diese Definition war eine Einordnung der Legasthenie die für die Menschen über mehr als 70 Jahre oder sogar bis heute, Ausgrenzung im Bildungssystem bedeutete, denn er sah bei legasthene Menschen eine Sonderschulbedürtigkeit. Dieser verhängnisvollen Fehleinschätzungen wirken bis heute in vielen Bereichen nach. (Medizin und Psychologie).
1925 vermutete Orton bei Kindern mit Lese- und Schreibproblemen eine Reifeverzögerung durch die keine der beiden Gehirnhälften Buchstaben Wahrnehmung dominiert werden konnte. Diese Beobachtung erklärte er durch die Verwechslung von ähnlichem Buchstaben sowie die spiegelbildlichen Schreibweisen. Diese Theorie der Funktionsstörung in der visuellen Wahrnehmung und dem visuellen Gedächtnis schien das Problem von der Theorie her zu lösen, auch darum spricht man heute noch von einer Wahrnehmungsstörung.
1928 Paul Ranschburg definierte in sein Buch: ” die Lese- und Rechtschreibstörungen des Kindesalter” neu, auch von ihm wurde der Begriff: Legasthenie, neu indem er eine mehrsprachige Erklärung der Ursachen. Nun erfuhr dieser Begriff zwar einen Bedeutungswandel, blieb aber bis Mitte der 70 er Jahre die zentrale Bezeichnung die LRS. Ranschburg - im Gegensatz zu allen anderen Forschern, die lediglich verschiedene schwere Grade der Wortblindheit unterschieden, differenzierte er zwei verschiedene Gruppen, Kinder mit einer Leseschwäche (Legasthenie), und die Gruppe der Leserunfähigen. Er erkannte schon damals visuelle, auditive und kinästhetisch- motorische Legasthenie unter Bezugnahme auf jeweiliges Auffassungsfeld, dessen Schwäche die Lesestörung bedingte. Ranschburg war überzeugt das die Aufmerksamkeit und Intelligenz mit der Leseleistung in Korrelation standen, sowie den Mangel aber kompensieren konnte. Im Gegensatz zu den Leserunfähigen, die für ihn nicht therapiefähig waren. Da er aber bei der Legasthenie gute Möglichkeiten, durch konsequente pädagogische Förderung den Mangel, wenn auch durch zeitliche Verzögerung zu kompensieren. Genau diese Auffassung bildete für eine lange Zeit in Deutschland und Österreich, die Rechtfertigung für legasthene Menschen, dass die Sonderschule die geeignete Bestuhlungsform sei.
In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts einigte man sich auf die Bezeichnung Dyslexia, unterteilte sie in eine „spezifische Dyslexia (Störung des Lesens und Schreibens), Dyskalulia (Störung des Rechnens), Dysphasie (Störung der Sprachfähigkeit). 1962 kam der Oberbegriff „Learning Disabilities“ (Lernbehinderung). Durch den zweiten Weltkrieg und deren Isolierung zwischen 1930-1945, gab es leider keine weiteren und neuen Informationen. Nach 1945 endeckten die schulspychologischen Beratungsstellen die Legasthenie. Es folgten in dieser Zeit mehrere Veröffentlichungen zu diesen Thema, die folgend mit diesen Symptomen übereinstimmten:
- Verzögerung im Erlernen des Lesens und Scheibens
- Kippen und Umstellen von Buchstaben
- Buchstabenauslasungen und- Verwechslungen
- Sprachliche Speicherschwäche
- Abweichungen von der Rechtsdominanz
- Sprachentwicklungsverzögerung und Probleme bei der Lautunterscheidung
- Allgemeine Risikofaktoren
- Erbliche Veranlagungen und Häufung in den Familien
In den 40er Jahren prägte man auch den sehr unglücklich gewählten Begriff: „Minimal Brain Damage“ der in den 60er Jahren durch die Bezeichnung „Minimal Cerebral Dysfunction“ (MCD) ersetzt wurde,
Erst 1951 brachte die Schweizer Psychologin Maria Lindner wieder in die Diskussion in Rollen. Sie wollte die Definition von Paul Ranschburg zu wiederlegen, und untersuchte die Intelligenz bei Schulkindern mit Leseschwächen. Dies war für den deutschsprachigen Raum eine Sensation. Sie kam zu Festellung im Gegensatz zu Ranschburg das Menschen mit diesen Schwierigkeiten in der Regel normal- bis überdurchschnittlich Intelligent seien. Damals erkannte sie dass die Intelligenz unabhängig von der Lesefähigkeit ist, ihr Verdienst war es das man legasthene Menschen vom Stigma „Sonderschule“ befreien konnte, denn Sie bestätigte das diesen Menschen nicht Dumm sind. Außerdem bestärkte Sie auch eine spezielle Förderung, und machte für eine menschlichere Betonung dieser Veranlagung stark. Durch ihre neue Erkenntnis brachte sie die ersten Legasthenieerlasse in Bildungsystem, und es kam mit durch Sie in den 50er und 60er Jahren zu einem regelrechten Legasthenieboom.
1954 Kirchhoff brachte noch zusätzlich den Begriff: „Lese-Rechtschreibeschwäche“ (LRS). Er wollte damit eine Relation bezwecken von der Legasthenie her um, zu verdeutlichen Auch er konnte aber nicht mit dieser Definition differenzieren helfen das die Legasthenie normal- und gutgehabte Menschen betrifft gerecht werden. Auch für Ihn war selbstverständlich das diese Schwierigkeiten bei „minderbegabten Kindern auftraten.
In den 70er Jahren sprach Schenk-Danzinger von Lernstörung und Teilleistungsschwäche, und bestärkte die Begrifflichkeit der Legasthenie (lat. Legere: lesen und griech. astheneia: Schwäche), die Definition etalierte sich durch Ihn in Deutschland und erfolgte nur symtomorientiert.
1973, Valentin kritisierte Schenk-Danzinger basierende „Wiener-Leseprobe“ als Testverfahren und betonte das carakteristische Fehler nachgewiesen werden können. Auch die Raumlagelabilität lehnte er von Valentin ab, alleine die Menge der Fehler sei ein Indiz für eine Legasthenie. Auch 1970 gab es Reihenuntersuchungen durch unabhängige Personen, die das Legastheniekonzept hinterfragten. Besonders in Gruppentests wurden in Intelligenz- und Rechtschreibtests, unterschieden sich aber sehr von den Erfahrungen der Praktiker, daher beschloss man das die Legasthenie milieunabhänig und die Legasthenie ein Problem des Schulunterrichts sei. Diese Untersuchungen die keiner ursächlichen Erklärung der Legasthenie.
Grissemann 1974, unterschied zwischen Deutungsnot der Leseschwachen und der überforderten Leser. Er berichtet von Überforderungsexperiemten, bei Schülern die sie in künstliche Deutungsnöte bringen sollen. Dies ergab folgenende Fehler und Merkmale:
- Auslassungen
- Hinzufügungen
- Umstellungen von Buchstaben b-d, e-a-Verwechselungen.
- Merkmale der Beutungsnot von Buchstaben
- Schwierigkeiten bei Inhaltenlichen Erfassung, Bedeutungsauffassung
- Überforderung in Leselehrgang
Grissemann sprach sich dafür dass man genau diese Kinder erfassen muss, um diese gezielter und individueller zu Fördern. Kinder wurden immer aufgrund ihrer Zahler der Lese-Rechtschreibfehler bei mindestens durchschnittlicher Intelligenz als Legastheniker eingestuft. Es bot sich nun die Gelegenheit auch die Fehler genauer zu unterscheiden. Es wurden von den Autoren: Bleidick, Schenk-Danziger, Kirchhoff, R.Müller u.a. gewisse theoretische Funktionsweisen abgeleitet. Und es Entstand auch die herleiten durch die Schmierigkeit bei der Speicherung von Buchstaben, Wortteilen und Wörtern, sowie Beutungsunterscheidung, die Störbilder „Gestaltgliederungsschwäche“ (Kirchhoff, Bleidick), „Gestaltungsauffassungswäche“ bei ähnlichen Buchstaben (Bleidick) „Synthesschwäche“ (Verknüpfungs- und Zusamensetzungsschwäche“, Gliederungsbrobleme, Diferenzierungsschwäche, Raumlagelabilität, Sowie weitere die mit den Teilleistungen/Sinneswahrnehmungen zu tun haben. ( es f. noch ein genauer Artikel die Teilei
Durch Sirch und Schlee wurde in den 70er Jahren die Anti-Legastheniebewegung eingeleitet, 1975 wie Sirch auf vernachlässigte didaktische Aspekte die vernachlässigt wurden, und brachte das Phänomen LRS darauf zurück, das die Sinnerfassung beim erlernen des Lesen vernachlässigt wurde. Durch die Revision im didaktischen Bereich könnte man das LRS-Problem Lössen, Schlee sah auch die Schwierigkeiten und das Scheitern bei den Unzulänglichkeiten in den Schulischen Verhältnissen, und Belschner beklagte 1976, da ging man davon das alle Schüler das gleiche Lerntempo und über gleiche Lernvoraussetzungen verfügen würde. Dies beschränkte die Chancengleichheit im Bildungssystem maßgeblich ein, durch Gleichmacherei, die bis heute nachwirkt.
Bis heute weis man dass die Legasthenie in einem multikausalen Zusammenhang gesehen werden muss, und es handelt sich um einen sehr individuellen Diagnostik und einen individuellen Förderbedarf.
1995 prägte und bestätigte Dr. Astrit Kopp-Duller eine pädagogisch-didaktische Definition, die Maria Lindner schon in den 50er Jahren erkannte und bestätigte Sie. Das eben die Legasthenie unabhängig sich von der Intelligenz entwickelt, mit der sehr differenzierten Sinnes- und Teileistungswahrnehmung zu tun hat, wenn diesen Menschen mit den Kulturtechniken zu tun haben.
Dies ist nur eine kurze Auführung der wichtigesten Ergebisse. Noch viel genauers können wir dann auch in Rahmen von Weiterbildungen und Aufklärungsseminaren mit unser “Legasthenie Coaching Agenur” bieten. Ich bin der Meinung das man die verschiedenen Epochen betrachten muss um die Zusammenhänge der Legasthenie zu verstehen, man sollte alles Bereiche als wichtig und wertvoll betrachten. Aber es darf eben nicht einseitig betrachtet werden. Leider gibt es noch zu viele, auch Fachexperten der verschiedensten Bereiche: Medizin, Psychologie und Pädagogik die leider den Aussagen von Paul Ranschburg etc., noch glauben schenken, darum sind noch heute viel weit entfernt von chancengleicher Bildung. Darum ist es ein Faktum das die Öffentlichkeit genauer Aufgeklärt werden muss, aber auch die verschiedenen Fachbereiche.
Dankeschön!
Moin, Moin,
so nun haben wir die 18.000 Besucher erreicht - es freut mich über die vielen Besucher. Die kommenden Tage kommen wie ich es schon angekündigt habe wieder sehr interessante Themen, die auch eigentlich beweisen das legasthene und dyskalkule sehr oft eher mit einer Hochbeagung zu tun haben. Auch unsere führende Wissenschaftlerin schrieb in Ihrem neuen Vorwort das wir sehr oft “sehr begabt” sind. Das spiegelt auch meine Erfahrungen wieder die ich selber mit anderen betroffenen erlebe und noch reichlich erleben werden.
So, muss nun noch was anderes tun, den ich beantworte Heute mein erstes Modul, für den diplomierten Legasthenietrainer :-).
Bis später!
Lars