Es ist gut das sich, die Medien das Thema Legasthenie annehmen. Auch wenn es die Tatsachen der Ausgrenzung am Fall Christian Roß widerspiegelt, dass Menschen eben durch die Ausgrenzung im Bildungssystem seelische Erkrankungen bekommen können. Soweit ist dies OK und gut.
Aber die Legasthenie ist eben keine Krankheit, auch wenn es Prof. Timo Grimm so sieht, er ist ja auch eine Mediziner.
Aber dazu muss man die Geschichte der Legasthenieforschung verstehen, um die Zusammenhänge richtig zu erkennen zu können. Leider auch der Elternverband BVL e.V., setzt sich schon seit Jahren für eine Annerkennung einer Behinderung ein. Dies zum Schaden der Betroffenen.
Legastheniker bekommen nur Folgekrankheiten wenn man sie ausgrenzt im Bildungssystem. Sonst haben sie nur eine andere Veranlagung, von Ihrer Natur her, und sind aber „normal“ gesund. Leider machen die Pädagogen in unserem Lande wie es der Herr Prof. Warnke schön auch im Beitrag erklärt, die Kinderseelen der Betroffenen kaputt. Darum bekommen sie allerlei Folgeerkrankungen, die in einen integrativen Bildungssystem vermieden werden können.
Kurz gesagt: Der Beitrag bringt es teileweise auf dem Punkt, ist aber für so eine kurze Zeit, kaum Aufklärende genug, um dies richtig der Gesellschaft zu erklären. Man kann nur hoffen das man künftiger dies besser erklären kann. Um das man eben die Öffentlichkeit aufklärt.
Ich stehe aber nach wie vor sehr gern in Medien für einen Beitrag zur Verfügung.
Link zur Sendung: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/inhalt/7/0,4070,5556071-5,00.html
Schlagworte: Ausgrenzung, Benachteiligung, Berufsqualifizierung, Bildungssystem, Christian Roß, diplomierten Legasthenietrainer, dyskalkule Menschen, Geschellschaft, in eigener Sache, Krankheit, Legasthenie, Legasthenieexperten, Legasthenieforschung, LRS, Politik & Demokratie, Prof. Timo Grimm
11. April 2008 um 12:16
Sehr geehrter Herr Lehmann,
ich bin die Mutter von Christian Roß.
vor 3 Wochen haben wir die Klageschrift an den VGH geschrieben und eingereicht.
Wenn Sie Christians Leidensweg genau beobachten wollen schicke ich diese Ihnen gern zu, denn es geht daraus sehr klar hervor, was wir alles unternommen
haben.6 Jahre außerschulische Therapie, Ergo-, Motop-. Logo- und Legasthenie.
In der 6. Klasse konnte man diktierte Diktate nicht entziffern,(IQ 125 lt. KJP Eschwege)
Vielleicht können Sie uns dann verstehen, dass, wenn alles so verschleppt wurde wie bei christian der Zug abgefahren ist um ihm mit weiteren Therapieen zu fördern.
Im Jahr 2000 als er in die Schule kam hätte ich niemals daran geklaubt ein ADS und legasthenie Kind zu haben. Für ihn war es kein Problem die Texte auswendig zu können im 1. schuljahr. Je weiter er kam wurde immer offensichtlicher das was bei ihm nicht stimmt auch wenn die Lehrer sgten ich solle mich nicht aufregen er bräuchte nur ein wenig mehr Zeit als die anderen Kinder.
In der Grundschule fiel der Englischunterricht aus weil er legasthenie Stunden hatte usw.
Er hat sich so zurückgezogen, dass er keine Freunde hat und nur noch in seinem Zimmer sitzt und nicht mehr redet.
Ich wünschte das alles wär schon im Kindergarten diagnostiziert worden vielleicht würde er dann heute ganz anders darstehen.
Liebe Grüße
gabriele Roß
11. April 2008 um 12:22
Die E-Mail o. haben ich heute von der Mutter von Christian erhalten.
Dies ist eben nur ein Beispiel von vielen Millionen Menschen die man heute noch und schon seit Jahrzehnten ausgrenzt.
Zu lasten, nicht nur dieser Menschen, sondern auch unserer Gesellschaft.
Ich freue mich das Frau Roß es auch wagt zu Klagen vor dem VGH, dies müßten sich noch viele mehr getrauen.
Ich habe jetzt schon mehr als 15 Jahre den Mut aufgetan, habe eher nur Schikanen und Ausgrenzung erlebt, ich kann die Situation von Christian und seiner Mutter sehr wohl nachvollziehen.
Mit Beste Grüße
Lars-Michael Lehmann